Ganzheitlich entgiften
Ayurveda Massage
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Ayurveda

„Du bist, was Du isst“, sagt ein weises Sprichwort. Und nicht nur das: Alles was man tut oder lässt, wie man denkt und fühlt, hat Konsequenzen für unsere Gesundheit. Die Bilanz der Deutschen sieht hier nicht rosig aus: Zwei Drittel bewegen sich zu wenig und sind zu dick. Nach einer aktuellen Befragung der Techniker Krankenkasse fühlen sich 95 Prozent der Hausfrauen permanent im Stress, und unser Auto ist uns mehr wert als gesunde Nahrungsmittel. Das hat fatale Folgen für unser Innenleben. Der Körper „vermüllt“ und hat - durch häufig einseitige, vitamin- und mineralstoffarme Kost geschwächt - immer größere Schwierigkeiten, den unnützen Ballast abzubauen.

Die aus Indien stammende Heilmethode Ayurveda kann diesen Teufelskreis aus Stress und Ernährungssünden durchbrechen. Der ganzheitliche Ansatz dieser Heilmethode verspricht, Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen, den Organismus zu entgiften und so ein langes, erfülltes Leben zu ermöglichen. Diese spirituelle Komponente unterscheidet Ayurveda – die 3000 Jahre alte „Wissenschaft vom Leben“ - von den einseitigen, nur auf bestimmte Symptome ausgerichteten Therapien der Schulmedizin.

Die drei Doshas

Anders als in einer normalen Praxis, nimmt sich der Ayurveda-Mediziner nicht zehn Minuten, sondern eine Stunde Zeit für die Anamnese. Dabei fragt er Beschwerden und Lebensumstände ab und erstellt eine Puls- und Augendiagnose. Auf diese Weise ergründet er, welche inneren Kräfte in einem Menschen wirken, denn sie sind für die Gesundheit entscheidend.

Das - oder richtiger: der - Ayurveda unterscheidet hier die drei Grundprinzipien oder Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Sie organisieren das stetige Wechselspiel zwischen Körper und Geist und regulieren den Stoffwechsel. Je nach Konstitution und Naturell dominiert in jedem Menschen eine dieser drei Hauptrichtungen. Ein Vata-Typ etwa ist empfänglich für äußere Reize und lässt sich leicht stressen. Pitta-Typen haben ein impulsives, oft jähzorniges Gebaren, während Kapha-Typen eher zu Trägheit und Übergewicht neigen. Doch auch wenn jeder Mensch zu einem dieser Doshas tendiert, trägt er auch die anderen Prinzipien in sich. Ziel einer Ayurveda-Behandlung ist es, diese wieder miteinander in Einklang zu bringen und zu harmonisieren.

Nur dann – so die Lehre und Erfahrung des Ayurveda – kommt auch die Gesundheit wieder ins Lot. Das Problem: Jede Minute unseres Lebens stehen wir mit unserer Umwelt in Kontakt, sind unzähligen Einflüssen und Reizen ausgesetzt, die wiederum auf Körper und Geist einwirken. Die drei Doshas in Balance zu halten, bedarf also einiger Anstrengung. Doch über die Ernährung, Meditation oder Ruheübungen sowie ein ausgleichendes Verhalten kann man das sehr wohl schaffen.

Ein Beispiel: Ein Pitta-Typ ist leicht erregbar und neigt zum Schwitzen. Deshalb sollte er nicht noch mehr Wärme zuführen, das heißt auf scharfe Gewürze und Saunabäder verzichten. Denn nicht nur die inneren, auch die äußeren Umstände können Pitta erzeugen. Häufig gestresste Vata-Typen sollten als Ausgleich ruhige Sportarten und warme Speisen wählen. Und Kapha-Typen, die zu Übergewicht und Trägheit neigen, sollten Bitteres und Herbes zu sich nehmen. Milchprodukte und Süßes könnte ihr Dosha ansonsten zu sehr bestärken.

Entgiften mit Panchakarma

Zu einer Krankheit kommt es aber erst dann, wenn man es über Jahrzehnte hinweg nicht schafft, ein Gleichgewicht zwischen diesen drei Doshas herzustellen. Nach ayurvedischer Vorstellung entfernt sich ein Dosha dann von seinem Hauptsitz in Lunge und oberem Magen (Kapha), im unteren Magen und Dünndarm (Pitta) oder im Dickdarm (Vata) und setzt sich an einer anderen Stelle fest. Sie wieder an den rechten Platz im Körper zu bringen, ist Ziel ayurvedischer Behandlungen.

Im weltweit anerkannten Maharishi Ayurveda gelingt es mit den so genannten Panchakarma-Behandlungen, den Körper zu entgiften und so auch die fehlgeleiteten Doshas auszuleiten. Erreicht wird das durch aufeinander abgestimmte therapeutische Maßnahmen, die den Organismus schonend und dauerhaft entschlacken. Diese werden in drei Schritten vorgenommen: der Vorbehandlung (Purvokarma), der Hauptbehandlung (Panchakarma) und der Nachbehandlung (Paschatkarma).

Bei der Vorbereitung geht es darum, den Stoffwechsel zu aktivieren und die Giftstoffe aus den Zellen herauszulösen. Das gelingt durch eine ayurvedische Ernährung und verschiedene Ölmassagen. Da Schwermetalle wie Quecksilber und Blei fettlöslich sind, lassen sie sich am besten durch erwärmtes Sesamöl binden. Bekannt und beliebt sind der Stirnguss oder Synchronmassagen. Aber auch Dampfbäder mit Heilkräutern, Wärmepackungen oder Schwitzbäder helfen, die gelösten Stoffe über Darm und Haut abzutransportieren. Begleitende Einläufe sorgen dafür, dass die Schadstoffe den Körper auch wirklich verlassen und nicht wieder in die Zellen zurückkehren.

Schlüsselstelle Dickdarm

Ziel der Hauptbehandlungen ist es, die falsch sitzenden Doshas auszuleiten. Auch dafür bedient man sich verschiedener Einläufe, Ölmassagen und Dampfbäder mit ayurvedischen Kräutern und Mineralien. Da dem Dickdarm im Regelkreis des Körpers eine besondere Bedeutung zukommt, ist die Ausleitungsmaßnahme Basti die wichtigste. Sie sorgt dafür, dass das Verdauungsorgan von überschüssigem Vata gereinigt wird. Denn durch den Ausgleich dieses Königsdoshas kann man auch Krankheiten heilen, die eigentlich mit Pitta und Kapha in Verbindung stehen. Dafür macht man über den Magen Einläufe mit Sesamöl oder einem Sud aus Heilkräutern, dem etwas Fett (Ghee) oder Honig zugesetzt ist.

Bei der Nasya-Behandlung geht es darum, Lunge und oberen Magen von zu viel Kapha zu befreien; sie dauert je nach Beschwerden drei bis sieben Tage. Dafür beginnt man mit einer Ölmassage an Schulter und Nacken, lässt ätherische Öle inhalieren und träufelt dann Tropfen in die Nase. Die Atemwege werden so von Schleim und anderen Schlacken befreit.

Mit der Virechana gelingt es, überschüssiges Pitta auszuleiten. Auch dies geschieht über den Darm. Nach einer Massage und einem Dampfbad am Vorabend gibt man am nächsten Morgen Rhizinusöl. Es wirkt stark abführend. Essen ist an diesem Tag nicht erlaubt. Erst wenn die Wirkung nachlässt, kann man den Darm langsam wieder auf Verdauung vorbereiten. Am besten unterstützt man die Darmflora durch eine leichte Reissuppe und Joghurtgetränke.

Behutsamer Neustart

Auch ein bis zwei Wochen nach dem Panchakarma sollte man auf eine leicht verdauliche Kost achten. Ayurvedische Kräuter und Mineralien unterstützen die positive Wirkung einer Ayurveda-Kur und helfen, schneller zu genesen. Welche dieser Präparate den Prozess der Vorbeugung und Heilung auch in der Zeit danach noch lange fortwirken lassen, richtet sich nach dem Dosha, dem man angehört. Fest steht, dass sie den Organismus widerstandsfähiger machen gegen Krankheiten und sogar gegenüber Alterungsprozessen.

Solche Präparate sollten jedoch nur von einem ayurvedisch ausgebildeten Arzt verschrieben werden, der auch die Therapie festlegt und begleitet. Denn nur so ist sichergestellt, dass die Maßnahmen unschädlich sind und verhindern, die Selbstheilungskräfte nicht überfordert werden. Ayurveda-Angebote in Wellness-Oasen sollte man deshalb mit Vorsicht genießen.

Ein Panchakarma wirkt als Befreiungsschlag von den Altlasten des Körpers und ist deshalb bei fast allen Krankheiten sinnvoll. Die Kur entzieht den Leiden die Grundlage, ermöglicht einen Neubeginn und begünstigt den Erfolg weiterer Therapien. Noch besser ist es allerdings, Ayurveda regelmäßig zur Vorbeugung einzusetzen. So können sich Gifte und Stoffwechselendprodukte gar nicht erst im Körper ansammeln, Krankheiten nicht entstehen – die beste Grundlage für ein langes, glückliches Leben!
Buchtipps
  • Ernst Schrott, Wolfgang Schachinger: Handbuch Ayurveda. Grundlagen und Anwendungen: Die traditionelle indische Heilweise umfassend und praxisnah erklärt. Haug Verlag, 2. Auflage 2010, ISBN 978-3830421061
  • Kerstin Rosenberg: Ayurveda. Heilkunde und Küche, Schirner Verlag, 1. Auflage 2007, ISBN 978-3897675216
  • Nicky Sitaram Sabnis: Entschlacken und Entgiften mit Ayurveda. Körper, Geist und Psyche klären. Haug Verlag, 2007, ISBN 978-3426665862

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