Ruediger Dahlke, Arzt und Psychotherapeut, Autor, Meditations- und Fastenlehrer, zählt zu den Vorreitern der ganzheitlichen Medizin in Deutschland. In seinem Begriff von Psychosomatik und dem von ihm begründeten System einer archetypischen Medizin verbindet er medizinische, psychologische und spirituelle Erkenntnisse zu einer übergreifenden Weltsicht, die er zuletzt in seinem Buch „Die Schicksalsgesetze“ im Kontext dargestellt hat. Dahlkes zahlreiche Veröffentlichungen über Krankheitsdeutung, Archetypenlehre und seine therapeutischen Konzepte (Fasten, Atemtherapie, Meditation) haben Millionenauflagen erreicht und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er vermittelt sein Wissen in Vorträgen, Seminaren und therapeutischen Ausbildungen; seine Arbeit vertritt in Deutschland das Heilkundezentrum in Johanniskirchen und in Österreich das Heil-Kunde-Institut Graz.
Im Experteninterview für Yilangi äußert er sich über die Grenzen unseres Gesundheitssystems und die Chancen des Informationszeitalters, über Selbstverantwortung, Krankheitsbilderdeutung und die Notwendigkeit, sich mit dem eigenen Schatten zu beschäftigen.
Im Experteninterview für Yilangi äußert er sich über die Grenzen unseres Gesundheitssystems und die Chancen des Informationszeitalters, über Selbstverantwortung, Krankheitsbilderdeutung und die Notwendigkeit, sich mit dem eigenen Schatten zu beschäftigen.
Gesundheit und Information (Teil 1)
Herr Dahlke, Sie publizieren seit vielen Jahren Ihre Erkenntnisse in Büchern und auf CDs und im Internet. Was kann Information für die Gesundheit leisten?
Zweierlei. Zum einen gibt es die in Zukunft immer wichtiger werdende Informationsmedizin, die noch eine ganz andere Dimension eröffnet: Man behandelt wirklich mit Information, mit Schwingungen. Das hat mit der Idee der morphogenetischen Felder von Sheldrake begonnen, inzwischen gibt es da eine Menge Möglichkeiten. Ein guter Bekannter von mir, der Radionik-Therapeut Axel Werbach, hat ein schönes Buch geschrieben, „Radionik im 21. Jahrhundert“, darin wird beschrieben, wie weit das inzwischen schon geht. Einige dieser Schwingungsmethoden habe ich in „Die Schicksalsgesetze“ beschrieben.Der andere Aspekt ist die allgemeine Information über die enorme Breite an Behandlungsmöglichkeiten, die wir heute haben. Es gibt so viele Angebote im gesundheitlichen Bereich, aus der ayurvedisch-indischen Medizin, der chinesischen Medizin, der tibetischen Medizin... Was in diesen heilkundlichen Traditionen, auch den kleineren, alles möglich ist - das kann ein normaler Hausarzt gar nicht wissen, da fehlt ihm die Kompetenz dafür. Und daneben gibt es eine Unzahl neuerer Techniken, ständig werden irgendwelche Geräte entwickelt, diese Informationsmengen sind für den einzelnen Arzt kaum noch zu bewältigen.
Insofern werden sich immer mehr Menschen über das Internet ganz einfach selbst informieren. Das passiert ja jetzt schon, und es wird zunehmen. Viele Leute holen sich sogar die Pharmaka im Internet, was natürlich nicht unproblematisch ist; andererseits haben die Ärzte die Beratung fast aufgegeben, sie haben sich immer weniger Zeit genommen. Das Ergebnis ist die bekannte Drei- oder Fünf-Minuten-Medizin, aber die Leute wollen Beratung. Zum Teil haben sie sich die bei Heilpraktikern geholt, zum Teil holen sie die Information jetzt eben auch aus dem Netz.
Alles in allem wissen wir heute sehr viel darüber, wie man gesund lebt, was möglich ist, um Störungen und Krankheiten zu kurieren oder auch bei der Wurzel anzupacken. Andererseits erreichen diese Informationen nur relativ wenig Menschen. Was ist mit den anderen?
Die Gefahr besteht, dass ein kleiner Teil der Menschen immer subtiler mit sich umgeht und immer besser versorgt ist und die Möglichkeiten, die es heute gibt, voll ausnutzt -- sowohl was die Schulmedizin angeht, die durch die Integration von Elektronik und IT Fortschritte macht, als natürlich auch der Komplementärmethoden. Und leider ist ein großer Teil der Bevölkerung außen vor. Aber das muss ja nicht so bleiben! Als Autor bemühe ich mich, diesen ganzen Bereich der deutenden Medizin populärer darzustellen. Der Vorwurf der Schulmedizin lautet denn auch, das sei populistisch - wobei mich das nicht trifft: Ich bin froh, wenn das Volk es versteht, und beruhigt, wenn ich mir vor Augen führe, dass ein Nachschlagewerk wie „Krankheit als Symbol“ mit seinen inzwischen 700 Seiten mittlerweile 18 Auflagen hat. Von den Taschenbüchern „Krankheit als Weg“ sind ein paar Millionen verteilt, von „Krankheit als Sprache der Seele“ sicher auch eine Million... Trotzdem kann man natürlich sagen, was sind fünf Millionen Bücher gegen 80 Millionen Menschen?Natürlich muss man sich entscheiden, auf welchem Niveau man das macht. Es gibt Ansätze, die noch einfacher sind. Mir liegt daran, symbolische Bezüge bis in die Märchen und Mythen hinein aufzuzeigen, aber dass man, wenn man die Nase voll hat, Schnupfen bekommt – das weiß inzwischen auch der Bild-Zeitungsleser. Solche Medien sind beteiligt, wenn es darum geht, das zu verbreiten; ab und zu hört man von Zeitschriften, wo man das nicht vermutet hätte, ganz Erstaunliches. Mich hat die Süddeutsche Zeitung einmal zur Psychologie des Geldes befragt und das Interview auf einer Seite im Wirtschaftsteil gebracht. Da gibt es jetzt doch eine größere Offenheit. Auch in den Talkshows, in denen ich eingeladen bin, geht es darum, das Ganze auf eine Ebene zu bringen, wo es viele verstehen.
Das ist auch notwendig, denn in der Medizin wird genau dasselbe geschehen, was in der Ökologie schon stattgefunden hat. Vor zwanzig Jahren waren wir ein paar grüne Spinner, die CDU – und auch die SPD – wollten davon gar nichts wissen. Heute haben diese Parteien die grünen Positionen von damals komplett integriert, und die Grünen müssen sich was überlegen, um sich davon überhaupt noch abzusetzen.
Ähnliches muss in der Medizin passieren, weil die Schulmedizin erstens zu teuer wird und zweitens viel zu wenig Kompetenz hat – leider, muss man sagen.
Wenn Sie heute als Deutscher in ein holländisches Krankenhaus kommen, dann herrscht dort Alarmstufe: Da kommen Sie erstmal in Quarantäne, denn die haben Angst vor dem hygienischen Status in deutschen Krankenhäusern. Die deutsche Medizin ist diesbezüglich bei hohen Kosten auf einem furchtbaren Niveau. Das kann so nicht bleiben!
Und für Krankheitsbilder wie Depression oder Burn-out brauchen wir eine ganz andere Medizin, die viel mehr auf Eigenverantwortung setzt. Das wird kommen, und das muss kommen, denn da kann der Hausarzt mit seiner Fünf-Minuten-Medizin überhaupt nichts leisten. Das kann man nicht erwarten.
- Gesundheit und Information (Teil 1)
- Kapitalismus und Depression (Teil 2)
- Dimensionen der Gesundheit (Teil 3)
- Zur Biographie (Teil 4)
- Schatten und Schicksalsgesetze (Teil 5)
Letzte Kommentare
-
Das Atemwochenende im Antoniushof Anfang März hat uns allen richtig ATEMLUST gemacht. Und Anette Sanladerer-Lorenz hat uns mit ihrer...
Magdalena Unger
-
Es strömt einfach viel zu viel auf uns ein. Keiner kann mehr sagen: STOPP !
Denn dann ist man nicht dabei... und das geht nicht. Ich...Tanja Egginger
-
Zu diesem Thema kann ich folgenden Reise-Anbieter weiterempfehlen:
http://www.neuewege.com/
Ich habe bereits 3 x eine Reise dort...Cornelia Becker
-
Die Wirkung von Jin Shin Jyutsu kann ich nur bestätigen: Fast jeden Tag halte ich einen oder alle Finger, um den Körper und die Organe...
Ulrike Holtzem
-
Ich wende die Mudras regelmäßig an. Besonders das Bhramara-Mudra hat mir schon sehr bei Erkältungen und anderen Beschwerden geholfen!...
Ulrike Holtzem





Kommentare (0)