Der Beinwell
Der botanische Name des Beinwell lautet Symphytum officinale. Der Gattungsname ist vom griechischen symphein (zusammenwachsen) abgeleitet. Officinale kommt vom lateinischen officina, der Werkstatt bzw. dem Laborraum einer Apotheke. Damit ist Beinwell eine so genannte offizinelle Pflanze, also eine Pflanze, die als Heilpflanze durch die Aufnahme in das amtliche Arzneimittelbuch anerkannt ist. Auch der altdeutsche Name Wallwurz bezeichnet ihre Wirkung: wal(l)en heißt heilen, zusammenwachsen. Weitere Namen sind Beinwurz, Schwarzwurz, Wundallheil.
Beinwell wächst auf feuchtem Boden, meist an etwas schattigen Plätzen. Die mehrjährige Staude wird bis zu einem Meter hoch. Von Mai bis September erscheinen in überhängenden Trauben die gelblich weißen oder rosa bis violetten, glockenförmigen Blüten – sie sind ein Magnet für Bienen und Hummeln. Der vierkantige Stängel und die lanzettförmigen Blätter sind rau behaart und weisen auf die Zugehörigkeit zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) hin.
Verwendet wird neben den Blättern meist die Wurzel. Sie ist von einer dunklen, fast schwarzen Haut umgeben, im Inneren ist sie weiß und sehr saftig. Aus ihr werden Breiumschläge und Salben hergestellt.
Auch heute wird Beinwell zur Beschleunigung von Heilprozessen eingesetzt. Aufgrund seiner toxischen Inhaltsstoffe wird seine Verwendung heute allerdings auf äußerliche Anwendungen beschränkt – außer in der Homöopathie. Die schmerzlindernde, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung des Beinwells ist wissenschaftlich belegt. Vor allem in der Sport- und Unfallmedizin findet er Anwendung bei allen Arten von stumpfen Verletzungen, Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden hat sich Beinwellextrakt als wirksame Alternative zu chemischen Medikamenten erwiesen. Sehnenscheide-, Schleimbeutel- und Knochenhautentzündungen werden mit Symphytum behandelt, auch Blutergüsse, Rheuma oder Gicht können gelindert werden.
Die Homöopathie verwendet Beinwell in Niedrig- und Hochpotenzen in deckungsgleichen Anwendungsgebieten, ferner als Heilungsbeschleuniger nach operativen Eingriffen, als Behandlung gegen Osteoporose und zur Unterstützung der Kallusbildung nach Knochenbrüchen.
In der Frauenheilkunde werden Umschläge aus verdünnter Wurzeltinktur gegen Brustdrüsenentzündung (Mastitis) und Salben als Erste-Hilfe-Maßnahme gegen schmerzhafte Venenentzündungen verabreicht.
Die in Beinwell in geringen, schwankenden Mengen enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide können in hohen Dosen Leberschäden verursachen, das Erbgut schädigen und die Entstehung von Krebs begünstigen. Aus diesem Grund wird von einer inneren bzw. längeren äußerlichen Anwendung, von Anwendung auf offenen Wunden, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwei Jahren abgeraten. Viele handelsübliche Fertigpräparate mit Beinwellextrakten sind jedoch frei von Pyrrolizidinalkaloiden.
Für einen Beinwell-Breiumschlag wird die schwarze Außenhaut der gesäuberten Wurzeln abgeschabt und die Wurzel fein geraspelt. Auf ein sauberes Tuch gestrichen kann sie nun als Umschlag auf die betroffene Körperstelle aufgelegt werden. Getrocknetes Wurzelpulver wird unter Zugabe heißen Wassers zu einem Brei verrührt und aufgestrichen.
Für Beinwelltinktur werden die gereinigten und zerkleinerten Wurzeln in einem Glas mit 40 bis 45%igem Alkohol aufgefüllt. Nach vier Wochen Ziehen im verschlossenen Glas wird die Flüssigkeit abgeseiht und in ein dunkles Glasgefäß umgefüllt.
Vorsicht bei der Verwendung ist jedoch geboten: Wegen des Anteils an Pyrrolizidinalkaloiden dürfen Brei und Tinktur nicht auf offenen Wunden und verletzter oder entzündeter Haut angewendet werden!
Beinwell wächst auf feuchtem Boden, meist an etwas schattigen Plätzen. Die mehrjährige Staude wird bis zu einem Meter hoch. Von Mai bis September erscheinen in überhängenden Trauben die gelblich weißen oder rosa bis violetten, glockenförmigen Blüten – sie sind ein Magnet für Bienen und Hummeln. Der vierkantige Stängel und die lanzettförmigen Blätter sind rau behaart und weisen auf die Zugehörigkeit zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) hin.
Heilkräftige Pflanzenteile und ihre Wirkstoffe
Vor allem die Wurzel enthält reichlich Schleimstoffe, Allantoin und Gerbstoffe. Allantoin ist für das Zellwachstum sehr wichtig, fördert die Wundheilung und die Geweberegeneration und bringt selbst schwer heilende Wunden zur Abheilung. Dabei trägt das Allantoin in Verbindung mit den Schleimstoffen des Beinwells zur Neubildung des Gewebes bei; rein chemisch hergestelltem Allantoin hingegen fehlt diese Wirkung. Weitere Inhaltsstoffe sind Asparagin, durchblutungsförderndes Cholin, Alkaloide, ätherisches Öl, Harz und Kieselsäure. Ferner sind toxische Pyrrolizidinalkaloide in schwankenden Mengen enthalten.Verwendet wird neben den Blättern meist die Wurzel. Sie ist von einer dunklen, fast schwarzen Haut umgeben, im Inneren ist sie weiß und sehr saftig. Aus ihr werden Breiumschläge und Salben hergestellt.
Heilwirkung
Beinwell galt bereits im Altertum als Wund- und Knochenheiler. Brei, Tinktur und die so genannte „Schwarzwurzelsalbe“ wurden zur Wundheilung, bei Knochenbrüchen, Knochenhautentzündungen und Blutergüssen angewendet. Auch gegen Krampfadergeschwüre, rheumatische Muskelverdickungen, Gichtknoten und Schmerzen in Amputationsstümpfen wurde Beinwell verwendet. Innerliche Anwendung als Tee aus den getrockneten Blättern sollte Magengeschwüre, Lungenentzündung und Beschwerden des Verdauungsapparates heilen.Auch heute wird Beinwell zur Beschleunigung von Heilprozessen eingesetzt. Aufgrund seiner toxischen Inhaltsstoffe wird seine Verwendung heute allerdings auf äußerliche Anwendungen beschränkt – außer in der Homöopathie. Die schmerzlindernde, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung des Beinwells ist wissenschaftlich belegt. Vor allem in der Sport- und Unfallmedizin findet er Anwendung bei allen Arten von stumpfen Verletzungen, Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Bei schmerzhaften Muskel- und Gelenkbeschwerden hat sich Beinwellextrakt als wirksame Alternative zu chemischen Medikamenten erwiesen. Sehnenscheide-, Schleimbeutel- und Knochenhautentzündungen werden mit Symphytum behandelt, auch Blutergüsse, Rheuma oder Gicht können gelindert werden.
Die Homöopathie verwendet Beinwell in Niedrig- und Hochpotenzen in deckungsgleichen Anwendungsgebieten, ferner als Heilungsbeschleuniger nach operativen Eingriffen, als Behandlung gegen Osteoporose und zur Unterstützung der Kallusbildung nach Knochenbrüchen.
In der Frauenheilkunde werden Umschläge aus verdünnter Wurzeltinktur gegen Brustdrüsenentzündung (Mastitis) und Salben als Erste-Hilfe-Maßnahme gegen schmerzhafte Venenentzündungen verabreicht.
Die in Beinwell in geringen, schwankenden Mengen enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide können in hohen Dosen Leberschäden verursachen, das Erbgut schädigen und die Entstehung von Krebs begünstigen. Aus diesem Grund wird von einer inneren bzw. längeren äußerlichen Anwendung, von Anwendung auf offenen Wunden, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwei Jahren abgeraten. Viele handelsübliche Fertigpräparate mit Beinwellextrakten sind jedoch frei von Pyrrolizidinalkaloiden.
Mit Beinwell wächst zusammen, was zusammen gehört
Beinwell trägt die Signatur des Saturn. Die Blätter sind derart mit dem Stängel verwachsen, dass sie sich kaum abreißen lassen. Mit festhaltender und zusammenfügender Kraft bringt Beinwell auseinander Geratenes wieder zusammen. Auch die raue Oberfläche der Blätter, die mitunter etwas düster wirkende Blütenfarbe und die schwarze Wurzelhaut zeigen saturnalen Einfluss. Die Blüten öffnen sich nicht zum Licht, sondern neigen sich nach unten. Abgeschnittene Wurzeln wachsen im Boden wieder zusammen – wie Wunden und Knochen. Saturn gebietet aber auch – gemeinsam mit Mars - über die Pflanzengifte: Umsichtige Dosierung ist angezeigt!Sammeln und Zubereiten
Die Beinwellwurzel wird im Frühjahr vor der Blüte oder im Herbst gesammelt. Im zeitigen Frühjahr (Februar bis März) und im Oktober bis November ist der Allantoingehalt am höchsten. Die tiefgehende Wurzel wird mit einer Spitzschaufel ausgestochen. Ein Wurzelstück sollte in der Erde bleiben, damit die Pflanze weiter wachsen kann. Die Wurzel wird frisch verwendet, kann aber auch getrocknet werden. Sie neigt dabei jedoch zu Schimmelbildung, die das enthaltene Allantoin sofort zersetzt. Auch die Blätter können frisch oder getrocknet verwendet werden. Ihr Wirkstoffgehalt ist geringer, sie werden von Mai bis September gesammelt.Für einen Beinwell-Breiumschlag wird die schwarze Außenhaut der gesäuberten Wurzeln abgeschabt und die Wurzel fein geraspelt. Auf ein sauberes Tuch gestrichen kann sie nun als Umschlag auf die betroffene Körperstelle aufgelegt werden. Getrocknetes Wurzelpulver wird unter Zugabe heißen Wassers zu einem Brei verrührt und aufgestrichen.
Für Beinwelltinktur werden die gereinigten und zerkleinerten Wurzeln in einem Glas mit 40 bis 45%igem Alkohol aufgefüllt. Nach vier Wochen Ziehen im verschlossenen Glas wird die Flüssigkeit abgeseiht und in ein dunkles Glasgefäß umgefüllt.
Vorsicht bei der Verwendung ist jedoch geboten: Wegen des Anteils an Pyrrolizidinalkaloiden dürfen Brei und Tinktur nicht auf offenen Wunden und verletzter oder entzündeter Haut angewendet werden!
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