- Kurz definiert
- Was bedeutet der Begriff
- Woher kommt das Verfahren?
- Was passiert bei der Homöopathie?
- Wie wirkt die Homöopathie?
- Was zeichnet das Verfahren aus?
- Ideal für Selbstanwendung
- Für wen eignet sich die Homöopathie und bei welchen Beschwerden?
- Wann darf die Homöopathie nicht oder nicht ausschließlich angewendet werden?
- Qualifizierten Therapeuten finden
- Weiterführende Literatur
- Kurz definiert
- Was bedeutet der Begriff
- Woher kommt das Verfahren?
- Was passiert bei der Homöopathie?
- Wie wirkt die Homöopathie?
- Was zeichnet das Verfahren aus?
- Ideal für Selbstanwendung
- Für wen eignet sich die Homöopathie und bei welchen Beschwerden?
- Wann darf die Homöopathie nicht oder nicht ausschließlich angewendet werden?
- Qualifizierten Therapeuten finden
- Weiterführende Literatur
Kurz definiert
Die Homöopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte des Menschen. Dazu behandelt sie Beschwerden mit solchen Stoffen, die bei einem gesunden Menschen zu einem möglichst ähnlichen Krankheitsbild führen würden; diese Substanzen werden in starker Verdünnung (= Potenz) eingenommen. Durch diese stimulierenden oder regulierenden Reize helfen sie dem Körper, sein aus dem Gleichgewicht geratenes System aus eigener Kraft wiederherzustellen und damit zu gesunden.
Was bedeutet der Begriff
Die Bezeichnung Homöopathie besteht aus den altgriechischen Wörtern homoion (ähnlich) und pathos (Leiden). Die Homöopathie beseitigt nicht eine Krankheit oder einzelne Symptome, sondern sie hat den Menschen als Ganzen im Blick. Nach Auffassung der Homöopathie ist der Mensch dann gesund, wenn sich sein gesamtes System in der Balance befindet. Wird dieses Gleichgewicht gestört, ist der Mensch krankt. Um ihm zu helfen, von selbst wieder gesund zu werden, macht sich die Homöopathie das Ähnlichkeitsprinzip zunutze: Sie setzt Stoffe ein, die bei einem gesunden Menschen Symptome erzeugen, die denen der Krankheit möglichst ähnlich sind.
Woher kommt das Verfahren?
Das Heilsystem der klassischen Homöopathie wurde vor rund 200 Jahren von dem Arzt, Apotheker und Chemiker Dr. med. Samuel Hahnemann (1755 – 1843) entwickelt. Auf Basis einer langjährigen, intensiven Forschungstätigkeit konzipierte er ein eigenständiges, auf Naturgesetzmäßigkeiten aufbauendes Heilverfahren. Im Selbstversuch und durch lange Studien mit einer Gruppe freiwilliger Probanden ergründete Hahnemann akribisch, welche Wirkungen bestimmte Substanzen (Pflanzen, Mineralien, tierische Stoffe und auch Krankheitserreger) auf den menschlichen Organismus haben. Dabei entdeckte er durch genaues Beobachten und ausführliches Experimentieren drei Aspekte, die für das homöopathische Heilen von fundamentaler Bedeutung sind:Gibt man gesunden Menschen einen bestimmten Naturstoff in ausreichend kräftiger Dosis, dann ruft dieser Stoff typische Symptome und Krankheitserscheinungen hervor. Hahnemann erprobte dieses Wirkprinzip mit mehr als hundert Natursubstanzen im Selbstversuch. So nahm er beispielsweise Chinarinde, ein in damaliger Zeit als Heilmittel gegen die Malaria verwendetes Naturtherapeutikum, und stellte fest, dass die davon ausgelösten Symptome den Anzeichen der Malaria durchaus ähnlich waren.
Hahnemann kam zu dem Schluss: Nur derjenige Stoff ist in der Lage, einen kranken Menschen zur Heilung zu veranlassen, dessen Prüfungssymptome dem Krankheitszustand des Patienten möglichst ähnlich sind. Auf Grundlage dieser so genannten Simile-Regel - Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden – prägte er die grundlegende homöopathische Handlungsanweisung: „Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll!“
Um die Krankheiten nach dem Ähnlichkeitsprinzip zu heilen, brauchte man die passenden Arzneimittel. Dafür entwickelte Hahnemann das Verfahren der Potenzierung – der nach festgelegten Regeln erfolgenden, extremen Verdünnung. Erst dadurch gewinnen viele als Homöotherapeutikum eingesetzte Naturstoffe, beispielsweise Kochsalz, Eisen oder Gold, ihre Kraft als Arzneimittel. Und erst dadurch können zahlreiche von Natur aus giftige Stoffe, beispielsweise Quecksilber oder Schlangengifte, als verträgliche Heilsubstanzen verwendet werden.
Hahnemann zeichnete seine Erkenntnisse systematisch auf und veröffentlichte sie. Besonders wichtig sind sein „Organon der Heilkunst - Reine Arzneimittellehre" (6 Bände), seine Publikation „Chronische Krankheiten“ (5 Bände) sowie die Schrift „Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen nebst einigen Blicken auf die bisherigen“, mit der die öffentliche Bekanntmachung und Verbreitung der Homöopathie begann.
Was passiert bei der Homöopathie?
Am Anfang jeder Behandlung durch einen qualifizierten Homöopathen steht das ausführliche Gespräch über den aktuellen Gesundheitszustand und die gesundheitliche Vorgeschichte des jeweiligen Patienten. Dabei stehen die vorhandenen Krankheitssymptome im Fokus; im Idealfall werden, wo vorhanden, auch alle ärztlichen Vorbefunde in diese Bestandsaufnahme einbezogen. Diese Informationen und die Untersuchung des Patienten sind Grundlage für eine ausführliche Erstanamnese, die einen umfassenden Überblick über alle mit Krankheit verbundenen Vorgänge im Leben des Heilung Suchenden gibt. Dessen aktive Mitwirkung sind unabdingbar, um dem Therapeuten einen umfassenden Überblick vermitteln und auch vermeintlich unbedeutende Probleme einzubeziehen.Auf dieser Basis ermittelt der Homöopath dann das passende Heilmittel für das individuelle Krankheitsbild. Homöopathische Heilmittel gibt es in drei Darreichungsformen:
- Als Dilutionen, das sind Wasser-Alkohol-Gemische, die die Information des Wirkstoffs enthalten.
- Als Globuli, das sind kleine Kügelchen auf Rohrzucker-Basis (Saccharose).
- Als Tabletten auf Milchzucker-Basis (Laktose).
Wie wirkt die Homöopathie?
Konzentriert sich die Schulmedizin auf die Therapie konkreter Krankheiten, betrachtet die Homöopathie bei der Behandlung den kranken Menschen. Hahnemann ging von einer im Zentrum jedes Menschen wirkenden Kraft aus, die durch unterschiedlichste Einflüsse aus ihrer Ordnung und Harmonie gebracht werden kann. Diese Beeinträchtigung der Balance führt dazu, dass der Körper mit Krankheit reagiert. Die grundsätzliche Wirkweise der Homöopathie zielt darauf ab, dem Körper anregende Reize und regulierende Impulse zu vermitteln, die ihn dabei unterstützen, die ideale Balance aus eigener Kraft zu regenerieren. Deshalb nimmt der homöopathische Therapeut den Patienten als Ganzes, als untrennbare Einheit aus Körper und Seele, wahr und beachtet in einer homöopathischen Therapie alle Symptome.Was zeichnet das Verfahren aus?
Die Homöopathie ist ein sanftes und schonendes Verfahren und eröffnet einfache Wege zu Heilung und Gesundheit. Sie schöpft ihre Wirkung aus der Natur und betreut den Menschen in seiner körperlich-geistigen Komplexität.Indem die Homöopathie die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt, leistet sie Hilfe zur Selbsthilfe: Die körpereigenen Abwehrkräfte werden aktiviert; die Kraft des Organismus zu Reaktion, Regulation, Anpassung und Regeneration wird unterstützt - alles auf natürlicher Basis.
Ideal für Selbstanwendung
Homöopathie ist einfach und problemlos zur Selbstbehandlung anwendbar. Zwar dürfen homöopathische Arzneimittel nur in Apotheken verkauft werden; sie sind - neben der Verschreibung durch Arzt und Heilpraktiker - aber auch ohne Rezept erhältlich. Die Zahl der Menschen, die sie für ihre Selbstanwendung erwerben, steigt ständig. Dabei werden homöopathische Arzneimittel als Tabletten und Globuli oder auch als Heilmittel-Lösung in niedrigen Potenzen (bis D/C12) empfohlen. Heilmittel-Lösungen höherer und hoher Potenz (ab D/C30) sind chronischen Erkrankungen vorbehalten und gehören in die Hand qualifizierter Therapeuten. Homöopathische Arzneimittel eignen sich auch gut für Kinder und Jugendliche und lassen sich einfach verabreichen. Viele Selbstanwender legen sich eine eigene kleine homöopathische Taschenapotheke zu, damit sie die wichtigsten Einzelmittel auch stets zur Hand haben.Für wen eignet sich die Homöopathie und bei welchen Beschwerden?
Als sanftes und auf natürlicher Grundlage stehendes Therapiesystem ist die Homöopathie prinzipiell für jedes Lebensalter und so gut wie jede gesundheitliche Konstitution geeignet. Schon Säuglinge können damit behandelt werden. Die Bandbreite der möglichen Indikationsformen ist enorm. Bei den akuten Erkrankungen reicht sie von Erkältungskrankheiten über Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen bis zu Magen-Darm-Leiden. Auch bei der Therapie chronischer Erkrankungen kann mit Homöopathie viel erreicht werden, so etwa bei Heuschnupfen und Neurodermitis, bei chronisch entzündlichen Darmbeschwerden, bei Rheuma, Problemen mit der Wirbelsäule und den Gelenken sowie bei einer Vielzahl weiterer Krankheitsbilder. Nicht zuletzt können die heilkundlichen Angebote der Homöopathie bei zahlreichen Leiden aber auch eine nützliche Begleitbehandlung im Sinne ganzheitlich ansetzender Komplementärmedizin bilden. Auch Haustiere können erfolgreich homöopathisch behandelt werden.Damit die homöopathische Behandlung ohne Einschränkung wirkt, sind ein paar Dinge zu beachten.
Wann darf die Homöopathie nicht oder nicht ausschließlich angewendet werden?
Diabetes (Zuckerkrankheit) ist ein gravierendes chronisches Leiden, das durch das Fehlen eines bestimmten Stoffes im Körper ausgelöst wird. Bei anderen chronischen Krankheiten können die Selbstheilungskräfte des Körpers nachhaltig blockiert sein. In solchen Fällen stößt die Homöopathie an ihre Grenzen. Auch schwere akute Erkrankungen mit gravierender Schädigung der körperlichen Struktur (Herzinfarkt, Knochenbruch, Krebs etc.) oder neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Parkinson) gehören primär in die Hand verantwortungsbewusster Ärzte. Gleichwohl kann die Homöopathie die Betroffenen begleitend unterstützen.Qualifizierten Therapeuten finden
Homöopathische Beratung und therapeutische Betreuung werden von entsprechend qualifizierten Ärzten und Heilpraktikern angeboten. Informationen zu Aus- und Weiterbildung, Qualifizierung und Zertifizierung sind auf den Internet-Foren der deutschen homöopathischen Fachverbände zu finden. Hier gibt es auch Verzeichnisse qualifizierter Experten sowie ausführliche Informationen zu den anfallenden Honoraren für homöopathische Leistungen.Generell haben die gesetzlichen Krankenkassen homöopathische Leistungen nicht im Katalog. Entsprechende Behandlungskosten werden von ihnen also in aller Regel nicht übernommen. Dagegen sind die privaten Kassen in vielen Fällen zu einer Kostenübernahme bereit. Welche Kosten für eine Behandlung anfallen, was die dafür nötigen Arzneimittel kosten und ob die jeweilige Kasse diese Kosten trägt, sollte man vor Beginn einer homöopathischen Therapie klären (Krankenkassen/Naturheilkunde).
Weiterführende Literatur
| Suzann Kirschner-Brouns, Markus Wiesenauer: Homöopathie – Das große Handbuch Graefe und Unzer Verlag 2007, ISBN 978-3833800344 |
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