Akupunktur
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Akupunktur

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Kurz definiert

Der Begriff Akupunktur bezeichnet ein zentrales Verfahren der traditionellen chinesischen Heilkunde, bei dem feinste Nadeln in die Haut eingestochen werden, um Heilung und Schmerzlinderung zu erreichen.

Was bedeutet der Begriff

Der Begriff Akupunktur entstand durch die Verbindung der beiden lateinischen Wörter acus (= Nadel) und punctio (= das Stechen). Die Methode gehört zu den zentralen Therapieformen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und zählt damit wohl zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Heilmethoden der Welt. Die älteste Darstellung von Akupunkturleitbahnen auf Schriftrollen wurde im so genannten Mawangdui-Grab gefunden (sie wird auf ca. 160 vor Chr. datiert).
Bei der Akupunktur werden feine Nadeln an ganz genau festgelegten Punkten der Körperoberfläche in die Haut eingestochen. Die rund 1.000 Akupunktur-Punkte liegen meist auf Energie-Leitbahnen (chineisch jingmai). Durch diese Leitbahnen, häufig auch als Meridiane bezeichnet werden, fließt die nach traditioneller chinesischer Lehre die Lebensenergie des Qi mit ihren Anteilen Yin und Yang. Die beiden lebenserhaltenden Kräfte Yin und Yang sind im Körper gleichzeitig als Gegenpole wirksam. Ihr vollkommenes Gleichgewicht im Organismus stellt den idealen Gesundheitszustand dar. Ein Ungleichgewicht zwischen den beiden führt dagegen auf Dauer zu Krankheit, die sich auf unterschiedlichste Weise ausprägen kann.

Durch das Einstechen und kurzzeitige Verbleiben der Nadeln in der Haut werden die Akupunktur-Punkte auf den Meridianen gezielt gereizt. Diese Impulse sorgen dafür, dass Störungen in der Balance von Yin und Yang im Körper gelindert oder sogar beseitigt werden können.

Welche Verfahrensweisen gibt es?

Die Akupunktur-Punkte können auf unterschiedliche Weise stimuliert werden:
  • Als klassische Akupunktur wird das Einstechen von Nadeln bezeichnet.
  • Therapeuten können die Akupunktur-Punkte aber auch durch Wärme reizen, dann spricht man von Moxibustion.
  • Mit Hilfe entsprechender medizinischer Geräte lassen sich die Akupunktur-Punkte auch mittels Laserstrahlen stimulieren.
  • Wird mit dem Finger oder einem speziellen Stift gezielter Druck auf die Punkte ausgeübt, bezeichnet man das Verfahren als Akupressur.

Was zeichnet das Verfahren aus?

Menschen, die nach Heilung suchen, erleben bei Akupunktur-Behandlungen immer wieder „kleine Wunder“. Denn auch Akupunktur-Punkte, die weit weg von der aktuell schmerzenden Körperregion liegen, können in der Behandlung eine ganz entscheidende Rolle spielen. Sieht man sich auf einer Akupunktur-Tafel an, wie die Meridianbahnen über den ganzen Körper verlaufen, so versteht man, warum es diese Zusammenhänge gibt. In vielen Fällen muss der Behandelnde den gesamten Meridian als Funktionskreis energetisch stabilisieren, um erfolgreich gegen eine Krankheit vorzugehen.

Für wen eignet sich die Akupunktur?

Generell ist die Akupunktur eine sehr sichere, nebenwirkungsarme Methode und für die meisten Patienten sinnvoll. Der Einstisch kann je nach Reizzustand des Organismus schmerzhaft sein, auch Müdigkeit oder blaue Flecken können auftreten. Bei Schwangeren gelten gewisse therapeutische Einschränkungen, Kinder können bereits ab einem Alter von etwa fünf Jahren mit Akupunktur behandelt werden; für sie verwendet man spezielle Nadeln, die sogar noch dünner sind als die für Erwachsene. Bei kleineren Kindern kommt der völlig schmerzfreie Akupunktur-Laser zum Einsatz. Voraussetzung ist eine klare Diagnose, sowohl von der energetischen Betrachtungsweise der TCM her als auch von Seiten der westlichen Medizin.

Damit eignet sich die Akupunktur als Therapieform für alle, von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter.

Wie läuft eine Akupunktur-Behandlung ab?

Eine Akupunktur-Sitzung beim Arzt oder Heilpraktiker dauert 20 bis 60 Minuten. Sie wird im Liegen oder selten im Sitzen vorgenommen und ist sehr entspannend: Viele schlafen sogar währenddessen ein. Vor dem Setzen einer Nadel wird die Hautstelle zunächst leicht massiert.. Es gibt verschiedene Akupunkturschulen, die mit wenigen, manche aber, die mit vielen Nadeln arbeiten. In der Regel werden zwischen fünf und 15 Nadeln gestochen; im Einzelfall kann diese Zahl jedoch deutlich höher liegen, in besonderen Situationen wird nur mit einer Nadel behandelt.

Die Therapie ist meist ganz schmerzfrei.

Nur keine Angst vor der Akupunktur: Denn in den meisten Fällen ist das Einstechen der dünnen Nädelchen in die Haut kaum zu spüren; ab und an kann das Setzen der Nadeln aber auch einmal schmerzen. In der Regel verursacht jedoch nicht der Einstich den Schmerz, sondern das Drehen der Nadel in der Haut. Diese Bewegung erfolgt, um den jeweiligen Punkt anzuregen oder zu beruhigen. Werden die Nadeln wieder entfernt, verschwindet auch dieser Schmerz ganz schnell.

Was sollte man vor der Behandlung klären?

Voraussetzung für eine gute Akupunktur ist immer ein ausführliches Erstgespräch mit dem Therapeuten, denn die Erfolgsaussichten einer Behandlung kann man allein aufgrund telefonischer oder schriftlicher Voranfrage nicht genau einschätzen. Erst die eingehende Diagnose auf Basis der Traditionellen Chinesischen Medizin stellt die nötige Klarheit her. Sie gliedert sich in die vier fundamentalen TCM-Diagnose-Schritte „Betrachten und Sehen“, „Hören und Riechen“, „Erfragen“ und „Untersuchen und Tasten“.

Im Rahmen dieser eingehenden Voruntersuchung sollte nicht nur das aktuelle Leiden, sondern auch die gesamte gesundheitliche Situation zur Sprache kommen. Wie steht es um das allgemeine Befinden? Treten außerdem Rückenschmerzen oder andere Beschwerden auf? Wie steht es um Schlaf, Appetit und Leistungsfähigkeit? Die vorherige gründliche Klärung aller dieser Fragen stellt die Weichen für eine erfolgreiche Akupunktur-Behandlung.

Wie lange dauert eine Behandlungs-Serie?

Je nach individuellem Beschwerdebild sollte man bei der Vereinbarung einer Akupunktur-Therapie mit etwa fünf bis 15 Behandlungen rechnen; bei chronischen Erkrankungen können sich über einen längeren Zeitraum verteilt auch mehr Behandlungstermine ergeben. Das leidige Thema Heuschnupfen ist dafür ein gutes Beispiel: Hier empfiehlt sich eine Akupunktur-Basisbehandlung mit ca. 15 Terminen während der beschwerdefreien Jahreszeit – sowie eventuell weitere sechs Behandlungstermine bei akuten Beschwerden während des Pollenflugs.

Bei welchen Beschwerden ist die Akupunktur einsetzbar?

Das Spektrum der Beschwerden und Leiden, gegen die eine Akupunktur erfolgreich wirken kann, ist weit gefächert. Es reicht von Allergien und Hauterkrankungen über Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen bis zu Augen-, Ohr-, Zahn-, Nasennebenhöhlen- und Atemwegserkrankungen. Mit Hilfe der Akupunktur kann ein erfahrener Arzt oder Heilpraktiker auch gegen Störungen und Erkrankungen von Magen und Darm, Essstörungen, gynäkologische Beschwerden, Muskel- und Gelenkschmerzen, Verspannungen, Rückenschmerzen, Rheuma, Arthrose und Arthritis vorgehen. Besonders häufig kommt die Akupunktur auch in der Schmerztherapie, bei der Raucherentwöhnung, zur Gewichtsreduktion, bei Schlafstörungen, depressiver Verstimmung, chronischer Müdigkeit oder Energiemangel zum Einsatz. Im Prinzip sind die Möglichkeiten sehr groß.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei der Akupunktur handelt es sich um eine wirkungsvolle Behandlungsform, die bei der Anwendung durch geschulte Ärzte oder Therapeuten keine Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringt.

Was kostet die Behandlung und zahlen die Krankenkassen?

Das Honorar für eine Akupunktur-Behandlung liegt je nach Aufwand und Dauer (20 bis 45 Minuten) zwischen 25,00 und 80,00 EUR. Die Kosten dafür werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur übernommen, wenn sie im Rahmen der Schmerztherapie bei chronischer Erkrankung der Lendenwirbelsäule oder des Kniegelenks (Gonarthrose) vorgenommen wird. Die Behandlung muss durch einen Arzt mit nachgewiesener Akupunktur-Qualifikation erfolgen. Um Akupunktur als Kassenleistung anbieten zu können, müssen Mediziner neben der ärztlichen Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ seit 30.06.2008 auch den Besuch der jeweils 80-stündigen Kurse „Spezielle Schmerztherapie“ und „Psychosomatische Grundversorgung“ nachweisen.

Die Behandlung von Kopfschmerzen durch Akupunktur wurde dagegen ausdrücklich nicht in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen aufgenommen; die Kosten dafür müssen wie bei allen anderen Akupunktur-Behandlungen selbst übernommen werden.

Viele private Krankenkassen, Beihilfen und auch die Postbeamtenkrankenkasse kommen für die Bezahlung von Akupunktur-Leistungen bei Schmerzen auf; nach Einzelfallentscheidung meist auch bei weiteren Diagnosen. Je nach Vertrag werden von diesen Kassen auch Heilpraktiker-Leistungen ersetzt.

Qualifizierte Therapeuten finden

Ein Arzt muss mindestens die Zusatzbezeichnung Akupunktur nachweisen können sowie die weiteren Voraussetzungen für die Kassen. Es gibt jedoch weitere Qualifikationsstufen, die so genannte Vollausbildung (mindestens 350 Stunden Ausbildung) bis hin zu einem umfassenden Studium wie den Certified Physician of Chinese Medicine (CPC) mit mehr als 1.000 Stunden. Es gibt mehrere seriöse Arztgesellschaften, die ausbilden und auch Listen qualifizierter Ärzte führen (vgl. nachfolgende Internetlinks).

Leider ist die Situation bei den Heilpraktikern noch viel unterschiedlicher, am besten qualifiziert die Arbeitsgemeinschaft für TCM mit ihren verschiedenen Schulen: www.agtcm.de

Wichtig ist auch, ob der Arzt oder Heilpraktiker häufig Akupunktur oder nur selten anwendet – fragen Sie ihn einfach.

Weiterführende Literatur

    • Carl-Hermann Hempen: dtv-Atlas Akupunktur, mit 135 Farbseiten von Ulrike Brugger, 304 Seiten, dtv 9. Auflage 2009, ISBN 978-3-423-03232-2, 14,90 EUR
    • Gabriel Stux, Petra Kofen, Karl Alfried Sahm: Akupunktur – Einführung, Springer-Verlag 2007, ISBN 978-3540723554
    • Frank R. Bahr, Karin Bushe-Centmayer, Leopold Dorfer, Gerhard Litscher: Das große Buch der klassischen Akupunktur. Lehrbuch mit integriertem Atlas, Elsevier-Verlag 2006, ISBN 978-3437567803
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