Die Venen machen vielen zu schaffen – gerade an heißen Sommertagen. Wer viel stehen muss, vorwiegend sitzend arbeitet oder ein schwaches Bindegewebe hat, hat mit Krampfadern zu schaffen. Man kann einiges tun, Beschwerden zu lindern oder vorzubeugen.
Über schöne, sonnige Sommertage freuen sich die Touristen in München. Sie schlendern gemütlich über den Viktualienmarkt, kaufen hier und da Leckereien aus der ganzen Welt. Der Umsatz ist ordentlich, doch einige der Verkäuferinnen stöhnen trotzdem. „Meine Beine sind recht geschwollen“, klagt die Gemüsefrau, „und an so einem heißen Tag fühlen sie sich richtig schwer an.“ Sie ist kein Einzelfall: Über die Hälfte der erwachsenen Deutschen leiden aufgrund einer angeborenen Bindegewebsschwäche unter krankhaft veränderten, aus der Form geratenen Venen. Die Folge: schwere, dicke Beine. Im Frühjahr und Sommer sind die Beschwerden von Betroffenen besonders stark, wenn sich bei hohen Temperaturen die Gefäße stärker als gewöhnlich ausdehnen.
Erste Anzeichen einer Venenfunktionsstörung sind schwere oder schmerzende Beine, ein Spannungsgefühl und geschwollene Knöchel. Die Ursache: Wenn die stützenden Gefäßwände schwächer werden bzw. erschlaffen, reißt die Innenverkleidung, also das Endothel und wird durchlässig. Durch die undichten Venenwände gelangt dann Flüssigkeit aus dem Blut in das umliegende Gewebe. Der Volksmund spricht von Wasser in den Beinen, Mediziner bezeichnen die Wassereinlagerungen als Ödeme im Unterschenkelgewebe. Wenn die stützenden Gefäßwände mehr und mehr einsacken, entstehen im oberflächlichen Venensystem erweiterte, geschlängelte Krampfadern (Varizen). In den übermäßig gedehnten Gefäßen funktionieren die Venenklappen nicht mehr richtig, so dass das Blut wieder nach unten fließt. Im Sommer sind Krampfadern an den Waden von Betroffenen gut zu erkennen. Besonders Frauen lassen sie aufgrund des störenden optischen Eindruckes mit gängigen Behandlungsmethoden veröden, unterbinden, stilllegen oder entfernen. Es sprechen jedoch auch medizinische Gründe für operative Eingriffe, da Krampfadern im Laufe der Zeit immer größere Areale des Beinvenensystems blockieren und zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Thrombosen und offenen Beinen führen können.
Mehr über Güsse und Bewegung im Wasser lesen Sie im nächsten Thema des Monats.
Taschenklappen bremsen die Schwerkraft
Als Venen werden diejenigen Blutgefäße bezeichnet, die das Blut von den peripheren, herzfernen Körperregionen zurück zum Herz führen. Arterien transportieren hingegen das Blut vom Herz weg. Größtenteils verlaufen im Körper die Venen entlang der Arterien. Zahlenmäßig gesehen haben wir Menschen mehr Venen als Arterien. Die Wand von beiden Blutgefäßtypen besteht aus drei Schichten: das Endothel (innerste Schicht) setzt sich aus dünnen, flachen Zellen zusammen, während die mittlere Schicht (Media) von glatten Muskelzellen und elastischen Fasern gebildet wird. Die äußerste Schicht (Externa) besteht aus Bindegewebe mit darin verlaufenden elastischen Fasern. Allerdings ist bei Venen die Begrenzung der einzelnen Wandschichten häufig unscharf, während sie bei Arterien klar voneinander abgrenzbar sind. Weiterer Unterschied: In Venen ist der Druck sehr viel niedriger als in den Arterien. Zudem besitzen die Beinvenen Taschenklappen. Sie verhindern, dass das Blut gemäß der Schwerkraft nach unten, Richtung Füße fließt. Bei den Arterien lässt der Pumpdruck des Herzens keinen Blutrückfluss zu.Erste Anzeichen einer Venenfunktionsstörung sind schwere oder schmerzende Beine, ein Spannungsgefühl und geschwollene Knöchel. Die Ursache: Wenn die stützenden Gefäßwände schwächer werden bzw. erschlaffen, reißt die Innenverkleidung, also das Endothel und wird durchlässig. Durch die undichten Venenwände gelangt dann Flüssigkeit aus dem Blut in das umliegende Gewebe. Der Volksmund spricht von Wasser in den Beinen, Mediziner bezeichnen die Wassereinlagerungen als Ödeme im Unterschenkelgewebe. Wenn die stützenden Gefäßwände mehr und mehr einsacken, entstehen im oberflächlichen Venensystem erweiterte, geschlängelte Krampfadern (Varizen). In den übermäßig gedehnten Gefäßen funktionieren die Venenklappen nicht mehr richtig, so dass das Blut wieder nach unten fließt. Im Sommer sind Krampfadern an den Waden von Betroffenen gut zu erkennen. Besonders Frauen lassen sie aufgrund des störenden optischen Eindruckes mit gängigen Behandlungsmethoden veröden, unterbinden, stilllegen oder entfernen. Es sprechen jedoch auch medizinische Gründe für operative Eingriffe, da Krampfadern im Laufe der Zeit immer größere Areale des Beinvenensystems blockieren und zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Thrombosen und offenen Beinen führen können.
Bindegewebe mit Kieselerde stärken
Venenentzündungen (Thrombophlebitiden) kommen häufig bei Menschen mit Krampfadern vor. Die Entzündungen sind meist örtlich begrenzt und betreffen oberflächliche Venen – im Gegensatz zu einer tiefen Venenthrombose (siehe Artikel „Bewegung hilft gegen Thrombosen). Der Arzt und Psychotherapeut Dr. Ruediger Dahlke ordnet Venenentzündungen in dem Buch „Krankheit als Symbol“ als Überlastung im Energietransportsystem mit eingeschränkter Beweglichkeit ein. Der Spezialist für ganzheitliche Psychosomatik empfiehlt, „die erzwungene Ruhe anzunehmen, um sich mit dem Schmerz auseinanderzusetzen, den einem die Energiestaus im eigenen System bereiten“ und die persönlichen Konflikte austragen. Homöopathische Mittel können helfen, oberflächliche Venenentzündungen zu lindern. Die Münchener Heilpraktikerin Dr. phil. Dagmar Hemm empfiehlt Betroffenen, „die Beine mit einer Arnica-Salbe oder einer Creme mit dem Schüssler-Salz Nr. 3, also Ferrum Phosphoricum einzureiben“. Zur Festigung des Bindegewebes sind homöopathische Kieselsäure Silicea D 12 und die Schüssler Salze Nr. 11 Silicea und Nr. 9 Natrium phosphoricum geeignet.Alternative Behandlungsverfahren sind möglich
Im Venenzentrum Bad Bertrich der Capio Mosel-Eifel-Klinik kommen bei Patienten mit entsprechenden Befunden auch Naturheilverfahren zum Einsatz. Etwa die biologische Krampfaderverödung mit steriler Kochsalzlösung, die direkt in die Krampfader injiziert wird und die vom Körper gut vertragen werden. Auch homöopathische Mittel sind als Reiztherapie geeignet, die Selbstregulation des Körpers zu stimulieren. Besonders bei Venenentzündungen oder Ulcus cruris (offenes Bein). Seit einigen Jahren werden Krampfadern auch mit Hilfe von Laserstrahlen oder mit Radiowellen verschweißt. Zu den konventionellen Methoden gehören die manuelle Lymphdrainage und die Physiotherapie. Eine Kompressionstherapie ist bei Menschen mit chronischen Venenerkrankungen medizinisch sinnvoll. Im Vergleich zu herkömmlichen Stützstrümpfen erzeugen Kompressionsstrümpfe einen deutlich höheren Anpressdruck. Sie werden individuell verordnet und angepasst. Dazu passt die Einordnung von Dahlke: Ihm zufolge sind Menschen mit schwachem Bindegewebe leicht verletzbar, etwas nachtragend und haben einen „Mangel an Halt, eine Tendenz zur Nachgiebigkeit und einen Mangel an innerer Spannung“. Stützstrümpfe geben Halt, den Venen und vielleicht im übertragenen Sinne auch demjenigen, der sie trägt.Venen stärken mit Fußgymnastik
Zwar sind Venenveränderungen genetisch bedingt, doch Betroffene können der familiären Vererbung gezielt entgegensteuern. Nicht zwangsläufig muss es zu Krampfadern kommen. Generell gilt die Faustregel zur Entstauung der Beingefäße: möglichst wenig stehen und sitzen, mehr gehen und liegen. Berufstätige, die tagsüber wenig Bewegung haben, sollten abends die Beine hoch lagern und so den Rückfluss des Blutes zum Herzen fördern. Wer kann, sollte dies tagsüber auch immer mal wieder für einige Minuten tun. Die Beine sollten dabei etwa zehn Zentimeter höher als das Herz liegen. Speziell geformte Venenkissen erleichtern besonders nachts die richtige Lagerung und entlasten die Venen.Vorbeugung am Schreibtisch
Männer und Frauen mit einem Schreibtischjob können ihre Venen bei der Arbeit stärken: Einfach im Sitzen die Zehen bzw. Fußspitze strecken und anschließend die Zehen zum Körper ziehen bzw. Ferse nach vorne schieben. Sie haben drei Varianten zur Auswahl: mit beiden Beinen gleichzeitig, abwechselnd oder hintereinander. Diese Fußgymnastik aktiviert gezielt die Wadenmuskulatur und damit die so genannte Muskelpumpe, die die Funktion der Venenklappen unterstützt: Werden die Muskeln im Bein angespannt, drücken die dicken Muskelbäuche auf die Venenwände und pressen dadurch das Blut zum Herzen zurück. Deshalb ist der Rückfluss des Blutes am stärksten, wenn die Muskelpumpe aktiv ist. Beim Sitzen sollten die Beine nicht übereinander geschlagen werden. Wer viel stehen oder sitzen muss wie Verkäufer und Bürokräfte, sollte seine Fuß- und Beinstellung so oft wie möglich wechseln, mit den Füßen kreisen oder wippen und immer mal wieder auf die Zehenspitzen stehen. Dasselbe gilt natürlich auch für Vielsitzer in Autos oder Flugzeugen (siehe Artikel „Bewegung hilft Thrombosen vermeiden“).Schwimmen ist ideal für Menschen mit schwachen Venen
Bequeme Schuhe, locker sitzende Strümpfe und nicht zu enge Hosen fördern den Blutfluss. Genauso wie regelmäßiger Sport. Phlebologen (Spezialisten für Venenerkrankungen) empfehlen Jogging, Nordic Walking, Wandern, Radfahren, Tanzen und Schwimmen – also gleichmäßige Sportarten, die Fuß- und Wadenmuskeln fordern. Besonders die Bewegung im Wasser hat einen positiven Effekt auf die Venen: Der Wasserdruck komprimiert die Gefäße zusätzlich von außen, die Muskeln erledigen das innerlich. Experten empfehlen zudem Wassertreten oder Beingüsse mit kaltem Wasser bzw. das Abduschen der Beine mit kaltem Wasser am Ende der morgendlichen Dusche zum Training der Gefäße. Dazu am linken Knöchel beginnen, dann den Wasserstrahl über das Schienbein zum Knie lenken. Mehrere Male wiederholen und dann das rechte Bein kalt abbrausen. Durch den Kältereiz ziehen sich die Venen zusammen. Zusätzliche Bürstenmassagen stärken das Bindegewebe und die Venenwände. Achtung Saunafans: Hitze ist Gift! Auch pralle Sonne und heiße Wannenbäder sollten Menschen mit schwachen Venen meiden. Hilfreich ist hingegen, Speisen wenig zu salzen sowie möglichst auf gepökeltes Fleisch und Salzgebäck zu verzichten. Über eine kaliumreiche Ernährung mit Bananen, Kartoffeln, Erbsen, weiße Bohnen, Linsen und Spinat freuen sich Ihre Blutgefäße.Gele mit Rosskastanie und Rotem Weinlaub kühlen angenehm
Wer sich regelmäßig bewegt, schätzt den erfrischenden Effekt von Gelen, die nach sportlicher Anstrengung auf die Haut aufgetragen werden. Sie sind in Apotheken, Drogeriemärkten und Naturkostläden erhältlich und enthalten kühlendes Heparin oder Franzbranntwein. Salben und Gele mit Extrakten aus Mäusedorn, Rotem Weinlaub, Steinklee oder Rosskastanie helfen bei müden und geschwollenen Beinen. Es gibt auch Kapseln, Dragees, Tropfen und Tees mit diesen pflanzlichen Wirkstoffen zum Einnehmen – sie verringern die Wasseransammlungen in den Beinen, stabilisieren das Venengerüst und beschleunigen den Blutstrom. Die Gemüseverkäuferin auf dem Viktualienmarkt schwört auf eine Creme mit Rosskastanienextrakt. Von einer Blutegelbehandlung (vgl. Bewegung hilft gegen Thrombosen), die ihr mal eine Kundin empfohlen hat, hält sie nichts. „Iii gitt.“Mehr über Güsse und Bewegung im Wasser lesen Sie im nächsten Thema des Monats.
Tipp
Die orthomolekularen Medizin setzt auf Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Zur Vorbeugung und unterstützenden Behandlung bei Venenleiden eignet sich eine Mischung aus Vulkangestein (Klinoptiolith), Magnesium und Silicium; das Präparat heißt SiliciMag. Das fein gemahlene Vulkangestein hilft dem Körper bei der Ausscheidung von Giftstoffen, Magnesium ist an 300 Enzymsystemen beteiligt, stärkt Immunsystem, Nerven, Knochen und das Bindegewebe. Silicium fördert Aufbau und Regeneration des Bindegewebes und verbessert damit die Funktion der Matrix.
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