Schule, Computer, Playstation – der Alltag von Kindern sieht oft mausgrau aus. Umso wichtiger ist es, mit ihnen viel Zeit im Grünen zu verbringen. Denn Bewegung und frische Luft sind nicht nur sehr gesund: Die Natur gibt auch der geistigen Entwicklung einen Schub.
Anfangs hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Kinder gehen nun mal nicht gerne spazieren. Doch als Sina M. mit einem Besuch im Zoo lockte, zogen Jan und Nina gerne mit. „Ich bin selbst froh über jede Minute im Freien und hatte keine Lust wegen der Kinder ein Stubenhocker zu werden“, erzählt sie. „Auch wollte ich ihnen zeigen, wie spannend und befreiend es da draußen sein kann.“ So wie Sina M. denken leider nicht viele Eltern. Die meisten haben zu wenig Zeit und Lust, die Kinder ins Grüne mitzunehmen. Unglaubliche neun Stunden pro Tag verbringen Kinder deshalb heute durchschnittlich im Sitzen. Mit fatalen Folgen: Mehrere Studien zeigen, dass zu viel Computer, TV und Video-Spiele körperliche, geistige und seelische Störungen nach sich ziehen können. Bereits heute sind 15 Prozent unserer Kinder und Jugendlichen zu dick. Die Zahl der ADHS-Kinder, die entweder hyperaktiv oder krankhaft unkonzentriert sind, nimmt stetig zu. Für sie – und natürlich auch alle anderen – ist die Natur ein Segen.
Am besten gelingt es, wenn man an die Neugier der Kinder appelliert. Sie ist ihnen quasi in die Wiege gelegt. Mit spannenden Ausflugstipps ins Grüne kann man sie wecken. Auf Abenteuerspielplätzen oder in Kletterparks können Kinder Mut beweisen und Grenzen ausloten. Auf Trimm-Dich-Pfaden und Wanderungen finden sie Ausgleich zu den Sitzmarathons des Alltags und können überschüssige Energie und Aggressionen abbauen. Großen Wissensdurst kann man auf Naturlehrpfaden stillen, gleichzeitig das ökologische Bewusstsein schärfen und den Kindern nebenbei noch einen Vorsprung im Bio-Unterricht einräumen. Schaukästen und Karten lenken davon ab, dass man im Grunde etwas ganz einfaches macht: durch Wald und Flur zu laufen.
Ein idealer Entwicklungsraum für Kinder ist der eigene Garten, das wusste schon der Reformpädagoge und Erfinder des Kindergartens Friedrich August Wilhelm Fröbel: Wenn Kinder hier früh mitmachen können, ein eigenes Beet oder zumindest einen Blumentopf in ihre Obhut nehmen, verbindet sich geistige Lernerfahrung mit praktischen Erlebnissen, und solches Wissen wird besser verinnerlicht. Für draußen eignen sich rasch wachsende Pflanzen wie Stangenbohnen oder Trichterwinden am besten: Wochenlang immer neue, schöne Blüten und ansehnliche Früchte sind dann der Lohn fürs Gießen. Auch auf regelmäßigen Ausflügen erlebt man die Veränderungen in der Natur durch alle vier Jahreszeiten hindurch hautnah; sie lehren, dass alles Sein einem Wandel unterworfen ist. Begrüßen und Abschied Nehmen, Säen, Ernten und Verfall, Freude und Trauer – all das gehört zum Kreislauf des Lebens: eine wichtige Lektion. Kinder lernen so spielerisch, sich selbst in diese Welt einzuordnen, sich als Teil von ihr zu begreifen, mit ihr zu wachsen und zu reifen. Deshalb sollte man nicht nur bei schönem Wetter vor die Tür. Das Erlebnis im Freien ist bei Regen so spannend wie bei Sonnenschein – vorausgesetzt, man ist gut darauf vorbereitet. Eltern haben hier eine wichtige Vorbildfunktion. Denn wer sich selbst nicht aufrafft, kann das auch nicht von seinen Kindern erwarten.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Kindern, die sich viel im Freien aufhalten, seltener die Ideen ausgehen als den Couch-Potatoes vorm Computer. Sie sind tendenziell phantasievoller, sensibler, rücksichtsvoller und langmütiger als Kinder, die kaum bis keinen Bezug zur Natur haben.
Das Beste aber ist: Beim Gang ins Grüne bekommt man ein Gefühl für alles Natürliche und für sich selbst. Zu spüren, wie sich Holz, Gras und Erde anfühlen und riechen, zu sehen, wie sich das Licht im Frühling zum Spätsommer verändert, und zu merken, dass Regentropfen nicht wehtun: Das sind bleibende Erfahrungen. Sich selbst und der Familie inmitten der Natur nah zu sein, ist eine Stunde für die Ewigkeit und das schönste Geschenk, das man Kindern machen kann.
Neugier wecken
Hier finden sie alles, was ihre kindliche Seele braucht: Ruhe, Andacht, aber auch Anregung und Raum für ihren Bewegungsdrang. Das Schöne: Die Wurzeln, die hier angelegt werden, tragen auch im Alter ihre Früchte. Wer als Kind den Duft der Kirchblüten geschnuppert hat und den kühlen Tau saftigen Grases an den Fußsohlen gespürt hat, wird sich immer wieder nach der Freiheit im Freien sehnen. Deshalb lohnt es sich, einen anderen Weg einzuschlagen und so viel Freizeit wie möglich in der Natur zu verbringen.Am besten gelingt es, wenn man an die Neugier der Kinder appelliert. Sie ist ihnen quasi in die Wiege gelegt. Mit spannenden Ausflugstipps ins Grüne kann man sie wecken. Auf Abenteuerspielplätzen oder in Kletterparks können Kinder Mut beweisen und Grenzen ausloten. Auf Trimm-Dich-Pfaden und Wanderungen finden sie Ausgleich zu den Sitzmarathons des Alltags und können überschüssige Energie und Aggressionen abbauen. Großen Wissensdurst kann man auf Naturlehrpfaden stillen, gleichzeitig das ökologische Bewusstsein schärfen und den Kindern nebenbei noch einen Vorsprung im Bio-Unterricht einräumen. Schaukästen und Karten lenken davon ab, dass man im Grunde etwas ganz einfaches macht: durch Wald und Flur zu laufen.
Zeit der Sinnlichkeit
Kindern, die nur noch Tastatur und Plastikgriffel in die Hände bekommen, wuselige Pixelbilder vor Augen haben oder nur den Geruch von Pommes kennen, verkümmern die Sinne. Wie viel mehr kann man diese Gaben in der Natur entwickeln! Was gibt es hier nicht alles zu sehen, zu spüren und zu riechen! Pädagogen wissen um den Schatz der kindlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten. Alles, was wir in jungen Jahren erfahren, prägt für immer unser Bewusstsein. Vieles, was Erwachsenen selbstverständlich erscheint, ist in ihren Augen eine unglaubliche Entdeckung, in die sie sich vertiefen wollen. Deshalb sollte man sich für diese Erkundungstouren Zeit nehmen. Zeit, damit die Kleinen minutenlang dem Treiben in einem Armeisenhaufen zusehen können, Laub, Stöcke oder Steine sammeln oder auf beim Picknick dem Gesang der Vögel, der Bienen und Grillen lauschen können. Und wer je das samtige Haut eines Rosenblattes angefasst und bunte Schmetterlinge bestaunt hat, wird später nicht so leicht seinen Müll bedenkenlos im Grünen abladen oder die Luft unnötig mit Abgasen verpesten. Was man achtet, schützt man besser.Schöne Vorbilder
Die Natur ist vollkommen. Alles hier verläuft logisch und sinnvoll und nach einem geheimnisvollen Plan. Deshalb findet man hier auch viele Vorbilder, von denen die Kinder lernen können. Fleißige Bienen, die für das Gemeinwohl schuften, fürsorgliche Storchen-Papas, die den Nachwuchs füttern, Frösche, die sich clever getarnt vor Gefahren schützen können, und Rehe, die Schutz in der Gruppe finden. Eltern können hier viel erklären und die Aufmerksamkeit ihrer Jüngsten früh auf das Wesentliche lenken.Ein idealer Entwicklungsraum für Kinder ist der eigene Garten, das wusste schon der Reformpädagoge und Erfinder des Kindergartens Friedrich August Wilhelm Fröbel: Wenn Kinder hier früh mitmachen können, ein eigenes Beet oder zumindest einen Blumentopf in ihre Obhut nehmen, verbindet sich geistige Lernerfahrung mit praktischen Erlebnissen, und solches Wissen wird besser verinnerlicht. Für draußen eignen sich rasch wachsende Pflanzen wie Stangenbohnen oder Trichterwinden am besten: Wochenlang immer neue, schöne Blüten und ansehnliche Früchte sind dann der Lohn fürs Gießen. Auch auf regelmäßigen Ausflügen erlebt man die Veränderungen in der Natur durch alle vier Jahreszeiten hindurch hautnah; sie lehren, dass alles Sein einem Wandel unterworfen ist. Begrüßen und Abschied Nehmen, Säen, Ernten und Verfall, Freude und Trauer – all das gehört zum Kreislauf des Lebens: eine wichtige Lektion. Kinder lernen so spielerisch, sich selbst in diese Welt einzuordnen, sich als Teil von ihr zu begreifen, mit ihr zu wachsen und zu reifen. Deshalb sollte man nicht nur bei schönem Wetter vor die Tür. Das Erlebnis im Freien ist bei Regen so spannend wie bei Sonnenschein – vorausgesetzt, man ist gut darauf vorbereitet. Eltern haben hier eine wichtige Vorbildfunktion. Denn wer sich selbst nicht aufrafft, kann das auch nicht von seinen Kindern erwarten.
Erlebnis statt Event
Auch Kinder, die es eher (und sei es im Wettstreit mit Gleichaltrigen) zum Erlebnis-Konsum und Kauferlebnis zieht, entdecken mit etwas Anleitung (der beste Kumpel oder die liebste Freundin dürfen mit) zwischen Baum und Gebüsch schnell eine andere Welt. Denn unter freiem Himmel werden sie selbst zu Helden in einem Abenteuer ganz ohne Geld: Auf dem „grünen Markt“ gibt es Tierfilme live für eine Weile Leise Sein, Action für echten Körpereinsatz und Geheimnisse für Geduld. Kinder verstehen schnell, dass es spannender sein kann, über einen Baumstamm zu balancieren oder durch einen Bach zu waten als mit der Achterbahn zu rasen oder im Kaufhaus shoppen zu gehen, denn da sind sie die Akteure. Und unterm Strich vermitteln solche Erlebnisse mehr Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Kreativität.Untersuchungen haben gezeigt, dass Kindern, die sich viel im Freien aufhalten, seltener die Ideen ausgehen als den Couch-Potatoes vorm Computer. Sie sind tendenziell phantasievoller, sensibler, rücksichtsvoller und langmütiger als Kinder, die kaum bis keinen Bezug zur Natur haben.
Das Beste aber ist: Beim Gang ins Grüne bekommt man ein Gefühl für alles Natürliche und für sich selbst. Zu spüren, wie sich Holz, Gras und Erde anfühlen und riechen, zu sehen, wie sich das Licht im Frühling zum Spätsommer verändert, und zu merken, dass Regentropfen nicht wehtun: Das sind bleibende Erfahrungen. Sich selbst und der Familie inmitten der Natur nah zu sein, ist eine Stunde für die Ewigkeit und das schönste Geschenk, das man Kindern machen kann.
Buchtipps
- Fiona Danks: Spielplatz Natur: Mit Kindern die Natur spielerisch entdecken, erleben und gestalten, AT-Verlag, 1. Auflage 2009, ISBN: 978-3038003793
- Detlef Kersten: Die Wald-Werkstatt: Spannende Experimente in der Natur, Velber Verlag, 1. Auflage 2007, ISBN: 978-3866135277
- Action Kids. Tipps und Adressen, die Kinder bewegen, Companions Verlag (versch. Jahrgänge) für verschiedene Städte zu bestellen zum Beispiel bei www.companions.de
Letzte Kommentare
-
Das Atemwochenende im Antoniushof Anfang März hat uns allen richtig ATEMLUST gemacht. Und Anette Sanladerer-Lorenz hat uns mit ihrer...
Magdalena Unger
-
Es strömt einfach viel zu viel auf uns ein. Keiner kann mehr sagen: STOPP !
Denn dann ist man nicht dabei... und das geht nicht. Ich...Tanja Egginger
-
Zu diesem Thema kann ich folgenden Reise-Anbieter weiterempfehlen:
http://www.neuewege.com/
Ich habe bereits 3 x eine Reise dort...Cornelia Becker
-
Die Wirkung von Jin Shin Jyutsu kann ich nur bestätigen: Fast jeden Tag halte ich einen oder alle Finger, um den Körper und die Organe...
Ulrike Holtzem
-
Ich wende die Mudras regelmäßig an. Besonders das Bhramara-Mudra hat mir schon sehr bei Erkältungen und anderen Beschwerden geholfen!...
Ulrike Holtzem





Kommentare (0)