Die Heilkunst der Kreide
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Gesunde Gaben aus dem Meer

Sie leuchten weiß am Horizont – die Kreidefelsen von Rügen. Doch sind sie mehr als das Wahrzeichen der Ostseeinsel. Sie sind auch ein Zauberstoff für Schönheit und Gesundheit. Vor allem für Haut, Knochen und Gelenke ist die Rügener Heilkreide ein besonderes Geschenk.  
Der Maler Caspar David Friedrich machte sie mit seinem Bild berühmt. Und auch heute noch pilgern jedes Jahr tausende Besucher an den Königsstuhl, um die bizarren, weißen Kreidefelsen auf Rügen am Meeresrand zu bestaunen. Die wenigstens allerdings wissen, dass die Kreide nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch einen echten Nutzwert hat. Vor wenigen Jahren erst entdeckte man die Kreide als sanftes Naturheilmittel. Hautprobleme wie Akne und Neurodermitis, aber auch Gelenkbeschwerden, Osteoporose und Muskelverspannungen kann die Rügener Heilkreide helfen. Sie sorgt aber auch sonst für mehr Wohlgefühl und wirkt harmonisierend auf den ganzen Körper, Geist und Seele. Seit dem Untergang der DDR wird sie in einem Tagebau der Halbinsel Jasmund bei Sassnitz wieder abgebaut – dem einzigen in Deutschland.

Das Gedächtnis des Meeres

Ganz Rügen ist aus dem Meer geboren und steht quasi auf einem Sockel aus Kreide. Er begann sich vor 60 bis 70 Millionen Jahren zu bilden, durch Schalen und Gehäuse von Milliarden kleinster Lebewesen. Mehrere Schichten, die sich immer wieder aufeinander ablagerten. Dies führte im Laufe der Zeit zur Entstehung einer dicken Kreideschicht. Durch die Überlagerungen mehrerer dieser Schichten erhob sich schließlich während der Eiszeit die heute so beliebte Urlaubsinsel. Und so enthält das „weiße Gold Rügens“ all die reichen Schätze des Meeres: 98,2  Prozent reines Calciumcarbonat, dazu viele Spuren von Silicium, Mangnesium, Aluminium, Eisen, Jod und Phosphor. Dazu ist sie vollkommen frei von Allergenen. Reinheit und Qualität werden durch strenge Laborkontrollen im Kreidewerk garantiert. Das Besondere aber ist die feine Struktur dieses Stoffes, der dem heilsamen Badezusatz der Römer, dem Marmorstaub „Carrara“, wie kein zweiter ähnelt. Diese Mikrostruktur macht es möglich, Wärme und Kälte gleichermaßen gut und lang anhaltend zu speichern.

Balsam für Muskeln und Gelenke

Das ist vor allem in der Behandlung von Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden von Bedeutung, wo man die Heilkreide ähnlich wie Moor- oder Fangopackungen immer wieder gerne einsetzt. Doch im Gegensatz zu Moor und Fango kann man die Kreide in verträglicheren, nicht zu heißen Temperaturen auftragen und diese Wärme auch länger halten. Dazu wird mit warmem Wasser ein Brei hergestellt. So lassen sich die Bestandteile besser binden als mit kaltem Wasser. Danach wird die Mischung nach Belieben etwas erhitzt oder gekühlt und auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Bei einer bestehenden Entzündung wird gekühlt, bei chronischen Schmerzen und Verspannungen gewärmt. Die Kreide wirkt so abschwellend, schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Durch die geringe Teilchengröße der Kreide lässt entsteht zusammen mit Wasser schnell eine homogene Masse, die sehr streichfähig ist, sich deshalb gut auftragen lässt und perfekt haftet.
Auch als Badezusatz ist Heilkreide ein Hit: Rheuma-, Ischias- und Osteoporoseschmerzen, aber auch bei Frauenleiden können diese Bäder rasch Linderung verschaffen. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Allein bei durch basisch verursachte Nierensteine sollte man von einer Anwendung absehen, bei einer Fehlfunktion der Schilddrüse keine Algenprodukte zugeben.

Mikropulver für samtweiche Haut

Als Packung oder Bad ist die Kreide aber auch der Haut zu Diensten. Eine Kreidekur kurbelt die Durchblutung und den Stoffwechsel an. Das stärkt das Kreislauf- und Immunsystem. Das Naturprodukt hat zudem einen basischen pH-Wert von 7,9, entsäuert die Haut und fördert so auch ihre Entschlackung und Reinigung. Schadstoffe werden schneller ausgeleitet. Das Bindegewebe wird fester.

Doch damit nicht genug: Kreide belebt die Haut auf natürliche Art und lässt sie besser atmen. Das verbessert schließlich auch ihr Erscheinungsbild. Vor allem fettige Haut wird feinporiger. Akne-Pickel verschwinden. Nach einem Kreidepeeling wirkt der Teint klarer, die Haut samtweich.

Bei Bädern zur Schönheitspflege kann man neben dem Kreidepulver auch Meersalz, Sahne, Honig, ätherische Öle oder Algen zusetzen. Damit die Kreide keinen Film hinterlässt, hinterher kurz abbrausen. Sie lässt sich leicht abwaschen.
Einzucremen braucht man sich hinterher nicht. Denn die Haut trocknet nicht aus. Der Hintergrund: Die Kreide regt die Haut an, selbst wieder mehr Fett und Feuchtigkeit zu produzieren. Auch die Hautzellen regenerieren sich schneller. Diese Effekte macht man sich bei der Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte zunutze. Bei sehr trockener Haut sollte man wegen der starken Wirkung der Heilkreide nach einigen Anwendungen dennoch eine mehrtägige Pause einlegen und bei sehr sensibler Haut zur Sicherheit vorher einen Test auf einem kleineren Hautareal machen.

Wo die Heilkreide hilft

  1. Arthrose / Arthritis
  2. Rheumatische Erkrankungen
  3. Gicht
  4. Osteoporosen
  5. Akne
  6. Neurodermitis/Schuppenflechte
  7. Muskelverspannungen
  8. Folgezustände nach Verletzungen
  9. Nachsorge nach operativen Eingriffen am Bewegungsapparat
  10. Wohltuende Wirkung bei vielen Hautproblemen
  11. Stoffwechselanregung
  12. Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens

Extra-Tipp

Auf Rügen haben viele Wellness- und Kurhotels Anwendungen mit Heilkreide im Programm. Man kann aber auch daheim weiter von den guten Gaben der Kreide profitieren. In verschiedenen Online-Shops gibt es die Kreide kiloweise zu kaufen.

Anwendungsbeispiele für zuhause:

Kreidebad
Öl-Creme
Gesichtspeeling
Pflegende, straffende Maske für normale und unreine, großporige Haut

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