Barfuß im Park
Barfusspark-Egestorf
 
Den Füßen Freiheit schenken

Unbeschwert und unschuldig wie ein Kind die Welt erkunden. Und zwar mit nackten Füßen. Wo geht das schon noch? In einem Barfußpark! Hier kann man sich ganz ungeniert von den Fesseln der Moderne befreien und den Füßen in der Natur freien Lauf lassen.
Erinnern Sie sich noch an das Gefühl von taufeuchter, weicher Wiese zwischen den Zehen? Wissen Sie noch, wie es war, unbeschwert und bloßen Fußes durch die Landschaft zu stromern, einen Wald zu erkunden, auf Mulch zu gehen, auf Torf oder Bucheckern zu treten? Wie viel Spaß es macht, einfach einmal aus den Schuhen zu steigen und die Natur barfuß zu entdecken? Den meisten Erwachsenen ist dieses Gefühl abhanden gekommen. Eingezwängt in Stilettos mit Highheels oder enge Lederschuhe mit dünnen Sohlen, maltraitieren wir unsere Füße tagaus, tagein auf hartem Asphalt. Und auch Kinder sieht man immer selten ohne Schuh. Dabei birgt das Barfußlaufen in der Natur, wie einst Adam und Eva es taten, wahrhaft paradiesische Vorteile, die man sich wenigstens ab und zu gönnen sollte.

Schuhe aus und los!

Zwanglos baren Fußes durch die Natur zu laufen, ohne scheele Blicke zu ernten, kann man in einem der vielen Barfußparks Deutschlands, die in den letzten zehn Jahren vielerorts entstanden sind. Hier wird dem Besucher deutlich mehr geboten als auf vielen Trampelpfaden quer durchs Land. Ein solcher Park gleichteiner ganzen Landschaft, in denen die Füße viel entdecken können: unterschiedlichste Naturböden, Kiesel, Reisig, Gräser, Torf und Schlamm. Hör- und Riechstationen und Aufgaben zum Balancieren sorgen dafür, dass auch die anderen Sinne nicht zu kurz kommen.

Ein schönes Beispiel ist der vor zwei Jahren angelegte „Barfußpark Egestorf“ am nördlichen Rand der Lüneburger Heide, 30 km südlich von Hamburg. Die 14 Hektar große Parklandschaft füllt eine Lücke im Norden Deutschlands. An die 60 „Sinnesstationen“, von erfahrenen Naturpädagogen entwickelt, warten hier darauf, entdeckt zu werden. Dass dieses Angebot von Jung und Alt gerne angenommen wird, zeigen die Zahlen: „Seit der Eröffnung am 19. Juli 2008 hatten wir hier schon fast 100.000 Besucher zwischen 4 und 84 Jahren hier“, so der Geschäftsführer und Initiator des Parks, Jan Peters.

Ein Genuss für die Gelenke

Barfußlaufen ist tatsächlich im Trend – auch bei den Kleinen. Gut so! Denn je häufiger bereits Kinder ihren nackten Fuß auf den Boden setzen, desto besser sind sie später vor Fehlstellungen der Füße und Gelenkschäden geschützt. Schließlich sind die Füße im Laufe der Evolution perfekt auf das Laufen in freier Wildbahn vorbereitet worden. Das Balancieren über Stock und Stein, das Waten durch Sand und Schlamm, die vielen Unebenheiten, die Wiesen und Sümpfe sind ein ideales Training für Muskeln und Gelenke. Die natürliche Wölbung der Fußsohle bleibt damit erhalten, was wiederum sehr wichtig für die gesamte Statik des Körpers ist. Denn unbequemes Schuhwerk und harter Untergrund sind schuld, wenn wir als Erwachsene unter Senk-, Spreiz- und Knickfüßen leiden. Davon sind auch die Knie- und Hüftgelenke betroffen, die bei dauerhafter Fehlstellung schneller verschleißen. Die Operationszahlen für künstlichen Gelenkersatz steigen seit Jahren steil an. Barfußlaufen hingegen unterstützt die natürliche Haltung und kann leichte Fehlstellungen oder Knorpelschäden sogar zum Teil wieder rückgängig machen. Auch haltungsbedingte Rücken- und Kopfschmerzen können wieder verschwinden. Dort, wo man auch heute noch auf freie Füße setzt, wie etwa in weiten Teilen Afrikas, sind Gelenkschäden und Rückenschmerzen quasi unbekannt.

Ein wahrer Gesundbrunnen

Wie wichtig die Berührung der Füße mit der Erde für die das Wohlergehen und Gesundheit des ganzen Menschen ist, wusste man schon im alten China. Denn beim hautnahen Kontakt mit unterschiedlichen Böden werden viele Punkte stimuliert, die - ähnlich wie bei einer Fußreflexzonenmassage - den Energiefluss in unserem Körper anregen und so die Funktion der Organe stärken.

In Deutschland machte Pfarrer Sebastian Kneipp das „Tautreten“ populär. Vor allem bei schwachen Venen kann das Trampeln durch unebenes Gelände Gutes bewirken; das Auf und Ab stärkt die Venenpumpe, die das verbrauchte Blut aus den Waden zurück zum Herzen führt. Krampfadern und Besenreiser haben so seltener eine Chance.

Kalte Füße holt man sich beim Barfußlaufen nicht. Im Gegenteil: Die Bewegung auf den ab Mai etwa 12 bis 15 Grad temperierten Böden sorgt schon bald für wohlige Wärme. Über die rund 70.000 Nervenbahnen an den Sohlen kommt die Durchblutung und damit der gesamte Kreislauf in Schwung. So härtet Barfußlaufen ab, stärkt die Abwehrkräfte, vitalisiert den gesamten Organismus und stabilisiert das vegetative Nervensystem. Auch die Sinne und das Koordinationsvermögen im Gelände mehr gefordert und gefördert. Und sogar die Gefahr eines Schlaganfalles soll bei regelmäßigem Barfußgehen um 50 Prozent sinken.

Ganz nebenbei gibt dieser Freizeitspaß auch der Seele einen Schub. Denn inmitten der Natur ist man sich selbst wieder nah. Unmengen von Glückshormonen durchfluten das Gehirn und sorgen für ein wohliges Gefühl und tiefe Zufriedenheit – ein unbeschreibliches Erlebnis!

Extra-Tipp:

Wer auch auf Asphalt und Beton das Barfuß-Gefühl haben will, sollte auf MBT-Schuhe setzen. Die Sandalen und Halbschuhe der Masai Barefoot Technology simulieren trotz fester Sohle die natürliche Abrollbewegung des Fußes beim Barfußlaufen. Durch die abgerundete Sohlenform muss der Körper aktiv das Gleichgewicht halten, was die Muskulatur in Beinen, Bauch und Rücken um einiges mehr trainiert. Fehlstellungen der Gelenke und Rückenschmerzen sollen so vermieden werden.

Adressen fürs Barfußlaufen:

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